Spezialimmobilien überregional erfolgreich verkaufen – als Ortsfremder? Das soll klappen ???

Kann man Spezialimmobilien überregional erfolgreich verkaufen – auch wenn man die Gegend und den Markt vor Ort nicht kennt?

Sehen Sie selbst.

2001 saß ich in einem Verkaufs-Seminar für Makler:

Bei der üblichen Vorstellungsrunde sagte 1 Kollege:

„Ich bin Ludger. Ich verkaufe regelmäßig Millionenobjekte und kassiere 3% Provision (plus MwSt.) von jeder Seite. In 90% der Fälle sehe ich weder Käufer noch Verkäufer. Auch beim Notartermin bin nur selten dabei.“

Sofort brach der Tumult los:

Spinner ! Angeber ! Dreckiger Lügner ! Da will uns einer was vom Pferd erzählen.

Es dauerte einige Minuten bis Ruhe war.

Dann erzählte Ludger Haskamp seine Geschichte.

Ludger hat ein normales Maklerbüro in Lohne (Norddeutschland), wo er Häuser, etwas Gewerbe, etwas Investment verkauft. Das lokale Geschäft halt.

Parallel dazu vermarktet er bundesweit „Pferde-Immobilien,“  wie er dazu sagt.
Gestüte, landwirtschaftliche Betriebe mit Schwerpunkt Pferd – diese Richtung.

Es kommt recht häufig vor, dass der Eigentümer bei der Objektbesichtigung / Bewertung von Ludger gar nicht anwesend ist.

Ludger besichtigt vor Ort mit jemand der mit ihm durch die Gebäude geht und macht dann daheim im stillen Kämmerlein seine Bewertung. Ludger läßt sich vom Verkäufer bestätigen dass der ihm 3% Provision bezahlt wenn der Deal klappt.

Dann geht Ludger an potentielle Käufer ran.
Wie bei vielen Wohnmaklern üblich schreibt er natürlich nicht die genaue Adresse sondern gibt nur die Region an, z.B. „Ostwestfalen, 100 ha, usw.

Der Kaufinteressent der weitere Infos und die Bewertung haben will muss Ludger eine Provisionszusage für 3% plus MwSt. unterschreiben. Sonst kriegt er keine Infos.

Da viele Objekte weit weg von seinem Stammsitz in Lohne ist Ludger so gut wie nie bei der Besichtigung des Käufers dabei.

Sobald er seine 2 Provisionszusagen hat hilft er dass der Deal klappt und stellt nach dem Notartermin seine Rechnungen. Bisher hat das alles immer geklappt mit der Provision sagt er.

Ludger ist ein gutes Beispiel dafür dass Vermarktungserfolge nicht in erster Linie davon abhängen ob jemand vor Ort sitzt oder nicht, sondern was er kann, welches Spezial-Know-How und welche Erfahrung er mitbringt.

Entscheidend ist dass der Deal klappt, nicht wie Käufer (Mieter) und Verkäufer (Vermieter) zusammenfinden.

Wenn man das viele Jahre macht sieht es für Außenstehende manchmal aus wie Zauberei.

Ist es nicht. Nur das Ergebnis vieler Jahre harter Arbeit.

Ich hoffe die Geschichte hat Ihnen gefallen.

Hier gibt’s eine weitere „unglaubliche“ Geschichte.

Überregional erfolgreich arbeiten – Teil 2

Gute Zeit

Robert  Puth